Onlinevortrag / Präsentation
Wie wurde mit dem imperialen Erbe der Donaumonarchie in der Ersten Republik umgegangen und welche identitätsstiftende Funktion kam der Österreichischen Nationalbibliothek in dieser Zeit zu?

Thema: Kultur
Schlagworte: Geschichte
Altersgruppe: 14+ Jahre
Zielgruppe: Experten, Gruppen, Lehrkräfte & Schüler:innen und Studierende

Mit dem Zerfall der Donaumonarchie wurde die Frage der Aufteilung des kaiserlichen Erbes virulent. Die Rechtmäßigkeit von Ansprüchen der Nachfolgestaaten auf diesen Besitz wurde auf den Pariser Friedensverhandlungen geklärt und für Österreich im Vertrag von St. Germain festgesetzt. Die Hofbibliothek als ehemals hofärarisches Gut gelangte ebenfalls in Staatsbesitz und wurde 1921 in Nationalbibliothek umbenannt.

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Wie wurde mit dem imperialen Erbe der Donaumonarchie in der Ersten Republik umgegangen und welche identitätsstiftende Funktion kam der Österreichischen Nationalbibliothek in dieser Zeit zu?

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Der Zusammenbruch der Habsburgermonarchie und die Gründung der Republik Österreich stellten auch für seine Kulturinstitutionen tiefgreifende Einschnitte dar. Die Frage, wie man mit dem imperialen Erbe eines multinationalen Reiches in einem kleinen Nationalstaat umgehen sollte, führte in der Zwischenkriegszeit zu kontroversen Diskussionen in den zeitgenössischen Medien. Zunächst wurden die kaiserlichen Büchersammlungen gegen die Ansprüche anderer Nachfolgestaaten der Monarchie verteidigt. Die Hofbibliothek wurde zur Nationalbibliothek der Republik und die Familien-Fideikommissbibliothek wurde ihr einverleibt. Der Identitätsfindungsprozess resultierte in einer Neudefinition der Mission der Bibliothek und führte zu Debatten hinsichtlich ihrer Aufgaben in der Republik Österreich, die eine Vielzahl an Stellungnahmen und Denkschriften hervorbrachten sowie Ausstellungsprojekte und Volksbildungsmaßnahmen nach sich zogen. Nach 1945 erhielt der Identitätsfindungsprozess neue Brisanz, als mit der Wiedererrichtung eines unabhängigen Staates Österreich die Nationalbibliothek in „Österreichische Nationalbibliothek“ umbenannt wurde.

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