Mitmachstation
Denkende Hände: chinesische Schrift als Spielraum der Ideen

Thema: Gesellschaft und Kultur
Schlagworte: Literatur und Sprachen
Altersgruppe: 6 bis 10 Jahre, 10 bis 14 Jahre, 14 bis 18 Jahre und ab 18 Jahre

Warum sind chinesische (bzw. koreanische, japanische, vietnamesische) Schriftzeichen keine Buchstaben? Wie kann man sie verstehen, wie verstehen sie sich von selbst? Wie lernt und schreibt man auf "Sinitisch", der traditionellen Schriftsprache Ostasiens? Und warum ist das Betrachten und Schreiben dieser schwierigen Schrift trotz Digitalisierung in Ostasien bis heute durch die Generationen hinweg beliebt und geachtet?

Chinesische Schriftzeichen als Zeichenwolke

Die vor Jahrtausenden in China entstandene und bis heute fast unverändert in ganz Ostasien verbreitete sinitische Schrift braucht kein Alphabet und bildet nicht den Wortlaut einer Sprache ab. Die Schriftzeichen stellen Ideen graphisch (im Bild) dar. Jedes Schriftzeichen kann ein oder mehrere Worte einer Sprache repräsentieren, jedem entspricht im laut gelesenen Text eine Silbe. Vor allem in älteren Texten gibt es sehr viele einsilbige Worte, die nur Begriffe und Namen abbilden, die Zeit, das Geschlecht und andere Eigenschaften, die in den Formen unserer Worte existieren, fehlen. In unserer Schrift fehlt dagegen vieles, was die Sinitische zu bieten hat. Zum Beispiel Worte wie  明 "ming" (hell, verstehen), die als Schriftzeichen aus zwei einfacheren Zeichen, nämlich 日 "ri" (Sonne, Tag) und 月 "yue" (Mond, Monat) zusammengesetzt wird. Ohne eine einzige Silbe aussprechen zu müssen, ist schon im Aufzeichnen des Zeichens alles gesagt! "Hell" ist nicht nur die Quelle des Lichts (Sonne) und ihre Spiegel (Monde-Himmelskörper), auch die Zeit, in der das Licht mal stärker mal schwächer leuchtet, ist hell. Nur, wer die Dinge bei Sonnenschein und bei Mondschein betrachtet, versteht sie.

Besucherinformation

Dieser Ausstellungsstandort ist barrierefrei zugänglich und verfügt über barrierefreie Toiletten.

Universität Innsbruck
Institut für Vergleichende Literaturwissenschaft
Campus Innrain Geiwi
Innrain 52d, 6020 Innsbruck
Hörsaal-Trakt

Öffnungszeiten

Erster Einlass: 17:00
Letzter Einlass: 23:00

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